Sehnsucht nach Veränderung

lautete die Überschrift für ein Seminar für Frauen, das am 16. März in Leer stattfand. Es nahmen ca. 40 Frauen teil. Wir waren von Bookholzberg mit neun Frauen dabei und haben gemeinsam überlegt, welche Sehnsüchte und Träume wir haben.

Die Referentin war Andrea Gärtig von der Frauenarbeit der Oldenburgischen Kirche. Frau Gärtig gab uns viele Impulse und ermutigte uns Veränderungen anzunehmen, auch wenn es mal schief geht. Das ist besser, als es gar nicht zu versuchen. Sie erzählte uns dazu eine interessante Geschichte:

Eine Frau hört als kleines Kind von der Weite und Schönheit des Meeres. Sie beschließt: Wenn ich groß bin, dann will ich dahin gehen. Ihre ganze Sehnsucht ist einmal am Strand zu stehen, den endlosen Horizont zu sehen und die Wellen an den Füßen zu spüren.

Eines Tages bricht sie auf und kommt zunächst gut auf ihrem Weg zum Meer voran. Schließlich gelangt sie an eine Weggabelung, von der vier Wege abgehen. Ein gewaltiger, sehr hoher Berg macht das direkte Weitergehen zum Meer unmöglich und versperrt ihr vor allem die Sicht. So weiß die Frau nicht, auf welchem Weg sie zum Meer gelangen kann. Sie fragt viele Passanten, aber keiner kann ihr wirklich Auskunft geben. Ganz entmutigt bleibt sie schließlich sitzen und fragt sich, wie ihr Weg weitergehen kann. Denen, die sie auffordern „Komm doch ein Stück mit, vielleicht siehst du das Meer dann“, mag sie nicht trauen. So verharrt sie lange Zeit an dieser Weggabelung, sie mag sich nicht für einen Weg entscheiden, sie richtet sich an der Kreuzung ein und ihr Leben verrinnt.

Als viele Jahre vergangen sind und die Frau merkt, dass sie alt wird, fasst sie einen Entschluss. Mühsam erklimmt sie den Berg bis sie zur äußersten Spitze gelangt. Nun kann sie alles überblicken. Wendet sie sich rückwärts, sieht sie ihren Heimatort, aus dem sie vor vielen Jahren aufgebrochen war. Sie sieht den langen Weg, der sie bis zu diesem Berg führte. Sie sieht die Weggabelung, an der sie solange dahingelebt hat. Wenn sie sich aber umwendet, sieht sie über den Berg hinaus in weiter Ferne etwas bläulich Blitzen. Das muss das Meer sein, in unerreichbarer Ferne… Sie sieht in der Tiefe auch die vier Wege, die sich um den Berg herumschlängeln.

Aber was ist das? Einige hundert Meter vom Berg entfernt führt nur noch ein Weg in Richtung Meer, alle vier Wege sind in ihn eingemündet. Die Frau denkt, hätte ich doch einen der Wege erprobt, nun bin ich zu schwach, ich kann nicht mehr an das Ziel meiner Sehnsucht gelangen.

Nach einem leckeren Mittagessen gab es verschiedene Workshops. Wir konnten Sehnsüchte und Träume künstlerisch umsetzen und malen oder unsere eigenen Gefühle in einen Sehnsuchtspsalm testen. Es war ein interessanter Tag und hat uns gut gefallen.

Luise Schole

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